Währungsrisiko? Bei meiner Anleihe bestimmt nicht!

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21 Responses

  1. Dummerchen sagt:

    Hallo Fräulein Zaster,

    ja, jeder macht mal Fehler in der Geldanlage – ich kenne das nur zu gut von meinen Anfängen. Was also tun? Zu allererst rate ich Dir dazu, die Vergangenheit völlig auszublenden. Was passiert ist, ist passiert. Irgendwann war der Kurs mal anders, irgendwann war der Wechselkurs mal anders. Dadurch sind (Buch-)Verluste entstanden. Das ist jetzt Vergangenheit und passiert. Abhaken!

    Vergiss all das und betrachte nur das hier und jetzt: Du hast eine Fremdwährungsanleihe an Bord, die aktuell bei 544 Euro steht. Schwanken wird sowohl der Kurs bis zur Endfälligkeit als auch das Wechselkursverhältnis. Wohin die Reise beim mexikanischen Peso geht, weiß ich nicht und ich glaube auch nicht, dass dies ein anderer weiß, denn sonst ließe sich ziemlich gut damit Geld verdienen. So ist die Situation.

    Nur eine Frage ist relevant: Würdest Du Dir heute diese Anleihe zu ihrem aktuellen Kurs kaufen?

    * „Never ever!“ – Dann verkauf das Ding und hake es als Lehrgeld ab.
    * „Aber sicher!“ – Dann behalte das Teilchen und warte ab, was am Ende dabei herausgekommen ist.

    Sorry, abnehmen kann ich Dir das Problem nicht, aber vielleicht hilft Dir diese Sichtweise bei der Lösung des Problems weiter.

    Lieben Gruß
    Dummerchen

  2. Romsdalen sagt:

    Der Punkt ist ja: das aktuelle Kursniveau spiegelt normalerweise die Erwartungshaltung des Marktes wieder. Wenn Du also glaubst, schlauer als der Markt zu sein, dann überleg dir ob es Sinn macht, die Anleihe zu halten. Ansonsten: weg damit und zukünftig eher in Anleihen ohne Wechselkursrisiko investieren.
    Also zusammengefasst: ich stimme Dummerchen zu (auch wenn es komisch klingt…).

  3. Akim sagt:

    Auf lange Sicht werten die Währungen von Schwellenländern seit Jahren ab :-(
    Im Augenblick ist die Stimmung und Entwicklung solcher Währungen, sehr schlecht.
    Türkei, Brasilien, Russland, alles schwach gegen USD und EUR.
    Vlt. ist das sogar ein Kontraindikator und es kommt besser als von der Mehrheit erwartet :-)

    Trotzdem, meiner Meinung nach stehen die 4% in keinem Verhältnis zu den Schwankungen der Währung.

    Ich würde einen Verlust Punkt setzen, fällt der Wert der Anleihe in EUR unter diesen, mit Verlust verkaufen (und ruhig bleiben, wenn gerade dann der Peso wieder zulegt…)

    Die andere Anleihe von der RBS ist eine Endlos Anleihe, die kann jährlich zurückgezahlt werden, muss aber nicht.
    Auch exotisch und anstelle des Währungs- hat die ein anderes, nämlich ein „Langläufer“ Risiko.
    Bist du dir dessen bewusst?

    Selbstredend gibt es auch endlose Anleihen in Fremdwährungen :-)

  4. Oliver sagt:

    Im wesentlichen ist schon alles gesagt. Währungsüberlegungen bei Währungen, die ich nicht einschätzen kann (kann man das überhaupt ?), finde ich schwierig. OK, das Ding hat einiges an Zinsen, aber durch die Entwicklung des Wechselkurses bist Du im Minus und sollte der Zustand so bleiben, dann wirst Du es bis zur Rückzahlung sein.

    Wenn ich an deiner Stelle wäre, würde ich die Anleihe verkaufen. Klar kannst Du noch glimpflich davon kommen. Aber mich würde die Anleihe in regelmäßigen Abständen beschäftigen und die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass sie mich negativ beschäftigt. Von daher würde ich sie verkaufen und in was anderes investieren, was weniger Kopfzerbrechen macht. Anleihen gekoppelt mit fremden Währungen finde ich generell schwierig, da gerade der Ertrag in der heutigen Zeit nicht sonderlich hoch ist.

  5. Anna sagt:

    Ach, lass die beiden laufen. Ich würde die von der RBS gut beobachten (hat doch keinen Fälligkeitstermin), die mex. Pesos kannst Du als Lehrgeld betrachten. Was da rauskommt weiß keiner.
    Ich hatte mal zu DM-Zeiten in norweg. Kronen und südafrikanischen Rand investiert. War nicht der Brüller. Seitdem lasse ich die Finger von Fremdwährungen (ich war auch den Prozenten auf den Leim gegangen) .

  6. Florian sagt:

    Gerade bei Anleihen, schielen die meisten auf hohe Kuponszahlungen und beachten oftmals nicht die anderen Gefahren, wie Bonitätsrisiko, Währungsrisiko, Kursrisiko etc…Sobald ein hoher Prozentsatz aufleuchtet wird man blind wie ein Huhn 😉

    Es sind so typisch emotionale Reize, die den Stimulus bei den Deutschen anregt und die Rationalität ihrer Entscheidung verloren geht. Dasselbe gilt übrigens auch zum Thema „Steuern sparen“ . Hier werden die meisten Leute geködert und mit diesem Wort sotzusagen gefügig gemacht, von Vertretern der Bank oder Verischerung.

  7. cashtom sagt:

    war auch ein blindes huhn….habe meine apple anleihe mit 5% verlust schnell wieder rausgeschmissen……

  8. Alexander sagt:

    Ich schließe mich dem ersten Kommentar von Dummerchen an. Wenn Du heute das Teil nicht mit der Kneifzange anfassen würdest, dann schmeiss es aus dem Depot. Kostet nur Zeit, Energie, Geld und Nerven. Die frei werdenden Mittel kannst Du gewinnbringend investieren und musst nicht hoffen, dass es vielleicht doch was wird mit dem Peso. Vergiss es und bereinige Dein Depot. So würde ich es machen und habe das ab und an auch schon durchgezogen.
    Und der jetzige Verlust ist allemal verschmerzbar, da kann man (Frau) Verluste machen lernen, was sehr schwierig ist. Hängst Du erst mal mit 10.000 € oder mehr in den roten Zahlen, dann ist das Realisieren von Verlusten pure Folter.

    Wegen Währungen allgemein sollte man schon vorsichtig sein. Ich habe mir gut überlegt, ob ich ein US-lastiges Depot aufbaue, ich gehe aber davon aus, dass der €/$ in einer relativ festen Spanne bleibt. Eine riesen Aufwertung des $ wird die USA nicht hinnehmen, einfach weil der Export zusammenbricht. Genauso würde Europe versuchen abzuwerten, wenn die Währung zu stark würde. Aber wen interessiert Mexiko, Südafrika usw.? Die spielen in der Weltwirtschaft keine so große Rolle, da kann alles passieren.

  9. Blauer Max sagt:

    Hallo,
    die RBS – Anleihe habe ich auch. Sie hat derzeit eine überdurchschnittliche Verzinsung.
    Bis wir in EU wieder Zinsen in dieser Höhe haben werden, dürfte eine Weile vergehen.
    Ich sehe hier keinen Handlungsbedarf, behalte sie und freue mich über die hohen Zinsen.

  10. Fräulein Zaster sagt:

    An Alle,

    vielen Dank für die Ratschläge! Ich werde wohl verkaufen, denn ich würde die Anleihe aus heutiger Sicht nicht noch einmal ins Depot holen. Allerdings werde ich dies nicht JETZT tun. Alle Kurse sind im Keller, mein Depot ist ordentlich im Minus und ich weigere mich schlichtweg mich dem momentan grassierenden Verkaufswahn anzuschließen. Das einzige, was passieren könnte, ist das der Euro noch stärker wird. So what. Ich halte erstmal noch die Beine still.

    • Dummerchen sagt:

      Hallo Fräulein Zaster,

      den Verkauf halte ich demnach („würde die Anleihe … nicht noch einmal ins Depot holen“) dann auch für die richtige Entscheidung. Aber warum Du dies nach dieser Entscheidung nicht JETZT tun willst, erschließt sich mir nicht. So eine Entscheidung ist doch völlig unabhängig vom Minus im Depot oder der allgemeinen Stimmungslage am Aktienmarkt und eine andere Baustelle.

      Weg das Ding – eine Sorge weniger…

      Lieber Gruß
      Dummerchen

      • Fräulein Zaster sagt:

        Schwer zu sagen, Bauchgefühl 😉
        Außerdem schaue ich momentan nicht in mein Depot. Ist mir alles zu rot.

        • Dummerchen sagt:

          Ok. Dass Du Dich mit dem Anblick des Depots nicht quälen willst, könnte ich gerade noch durchgehen lassen ;-). Aber eigentlich solltest Du Dich doch freuen – schrieb nicht eine F.Z. aus B. vor gar nicht allzu langer Zeit: „Wertpapiere sind für mich keine risikoreiche Anlageform. Sollten die Kurse mal einbrechen, freue ich mich schon darauf günstig nachkaufen zu können.“ 😛

          Aber so ist das mit dem ersten kleinen Mini-Crash – in der Theorie fühlt sich das immer ganz anders an als in der Praxis… Durchhalten!

          Lieben Gruß
          Dummerchen

          • Fräulein Zaster sagt:

            Woah, wörtlich zitiert, nicht schlecht, Herr Dummerchen. 😀

            Ich steh auch weiterhin zu diesen Worten. Ich habe vor ein paar Tagen nachgekauft und bin sogar etwas traurig, dass mein Depot-Budget aufgrund des näher rückenden Urlaubs diesen Monat nicht größer ist.

            Nichtsdestotrotz möchte ich dem Elend über diese Tatsache hinaus nicht noch weiter zusehen 😉

  11. Florian sagt:

    Erfahrungen machen dich ja schlauer 😉 Morgen kommt mein neuer Beitrag zum Montagscrash. Wie hattest du denn diesen aufgenommen. Ich arbeite ja bei einer unabhängigen Vermögensverwaltung mit wohlhabenden Kunden. Aber die Telefone haben geklingelt wie sonst wo. Selten erlebt so ein SELL-OFF. Wie hast du es empfunden ?

  12. Hallo Fräulein Zaster,
    da ist man mal für 2,5 Wochen im Urlaub und schon sind die Tex-Mex Anleihen nichts mehr Wert. Als der „Anleihen-Experte Deines Vertrauens“ kann ich Dir (wie auch schon die anderen Leser) nur raten, Dich von dieser Anleihe zu trennen. Das FX-Risko bei Schwellenländer-Anleihen ist nun mal nicht zu unterschätzen. Konnte man im Frühsommer gut bei den Rubel-Anleihen beobachten … wer nach dem Crash beherzt zugegriffen hat (ich hab mich nicht getraut) konnte hier satte Gewinne einfahren … Fremdwährungs-Anleihen aus Schwellenländern habe ich dennoch als Beimischung im Depot jedoch in ETF Form – iShares Local Bond A1JB4Q (hier bin ich z.Z. auch 10 Prozent Landunter). Evtl. könntest Du das Geld aus dem Verkauf der Tex-Mex Anleihe ja in diesen Fonds stecken. Damit bleiben Dir die Fremdwährungs-Anleihen im Depot erhalten, jedoch auf einer viel breiteren Basis.
    Viele Grüße
    Anton

    • Fräulein Zaster sagt:

      Haha! Herr Zaster hat zu einer Russland Rubel Anleihe gegriffen. Was meinst du, wie der momentan am Fluchen ist :-)

      Ich bin auch nicht per se hinter Fremdwährungsanleihen her. Ich habe mich nur von der Rendite verlocken lassen. Fehler gemacht, draus gelernt. So geht das halt bei mir. Verkaufen werde ich also, aber das Geld dann wirklich anderweitig anlegen. DAX-ETF oder sowas harmloses :-)

  13. Max sagt:

    Ich halte gerne einige Fremdwährungsanleihen, da ich nicht allzu viel Vertrauen in den Euro habe.

    Allerdings suche ich mir Währungen aus, in die ich ein gewisses Vertrauen habe (AUD, CAD, CHF, NOK, NZD). Diese Währungen können gegenüber dem Euro natürlich auch sinken, jedoch nehme ich das in Kauf, denn ich sehe sie als Versicherung kombiniert mit ein wenig Glücksspiel :-). Diese Anleihen müssen von einem erstklassigen Emittenten sein, einen fixen Koupon haben und 2 bis 6 Jahre Laufzeit haben (am besten gestaffelt, so daß jedes Jahr etwas fällig wird). Rating sollte also möglichst AAA sein.

    Ich würde die mexikanische Anleihe halten, bis sie ausläuft. Mit der Endlos-Anleihe hätte ich ein Problem, die würde ich innerhalb eines Jahres verkaufen.

    • Fräulein Zaster sagt:

      Was genau wäre denn dein Problem bei der Endlos-Anleihe? Da gehen die Meinungen ja stark auseinander.

      • Max sagt:

        Mein Problem damit ist, daß sie niemal fällig wird und damit ausschliesslich über die Börse verkauft werden kann. Das ist mir suspekt.

        Es ist ja ein Kredit und zu einem Kredit gehört für mich eine Fälligkeit, ansonsten wir der Kredit ja niemals zurückgezahlt.

        Vielleicht ist mein Problem damit nur psychologischer Natur :-)

      • Max sagt:

        Ich hatte in der Antwort vorhin den wichtigsten Grund nicht erwähnt.
        Bei Fälligkeit wird eine Anleihe immer zu 100% ausgezahlt, auch dann, wenn die Zinsen gestiegen sind.
        Die Endlos Anleihe wird aber nie fällig.

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