Den Zinseszins als echte Chance nutzen!

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7 Responses

  1. Dummerchen sagt:

    Die Rechnung überrascht nicht wirklich. Hat man keinen Taschenrechner zur Hand, so reicht es aus zu wissen, dass man mit 7%(*) (welch Zufall!) in 10 Jahren sein Vermögen ungefähr verdoppelt.
    Im Beispiel gleicht sich also eine 10 Jahre länger dauernde Anlage der 100€-Raten mit den 200€-Raten-Raten aus. Gleiches gilt für die Erhöhung um 100€ bzw. 200€ erneut über einen 10 Jahre längeren Zeitraum. Hätte Thomas also (ungefähr) auf das gleiche Vermögen wie Julia kommen wollen, hätte er zusätzlich (wie Julia) auch noch ein drittes Mal die Sparrate nach 10 weiteren Jahren um 200€ erhöhen müssen.

    Der Kernaussage kann man ja kaum was hinzufügen: „Fange an zu sparen, sobald Du kannst – es lohnt sich über lange Zeiträume“. Irgendwie gehört dieser Satz auf jeden Finanzblog – jetzt ist er auch bei Alexandra zu lesen: Juchuuu ;-)! Oder aber man schreibt über Einsteins Bonmot „Die stärkste Kraft im Universum ist der Zinseszins“. 5€ ins Phrasenschwein ;-).

    Ein paar kleinere Spitzfindigkeiten hätte ich übrigens zur Berechnung. Die Excel-Berechnung (hinterlegt hinter den Namen von Thomas und Julia) zeigt, dass beide nicht wie im Text erwähnt ihr Geld monatlich anlegen. Im ersten Jahr wird der Gesamtbetrag am Jahresanfang investiert, in allen Folgejahren erst zum Jahresende. Komisches Vorgehen. Thomas hätte also in Wirklichkeit 22k€ weniger und Julia rund 10k€ weniger. „Peanuts“ wie man unter BWL’lern sagt ;-).

    Darüber hinaus ergeben sich die konkreten Vermögenswerte auch nicht, wenn wie im Text erwähnt die Durchschnitts(!)-rendite 7% ist, sondern nur wenn die jährliche(!) Rendite (also in jedem(!) Jahr) 7% ist. Es spielt schon eine Rolle, wie die Reihenfolge der (bei dieser Höhe wohl schwankenden) Renditen ist: Hat Julia eine 40% Rendite im ersten Jahr (und als Ausgleich eine -19% Rendite im letzten Jahr) bringt ihr das herzlich wenig im Vergleich zu einer -19% Rendite im ersten und dafür 40% letzten Jahr.

    Aber das sind nur Details, die an der Grundaussage nichts ändern. Als Ingenieur hat man’s halt gerne exakt ;-).

    Lieben Gruß
    Dummerchen

    (*) 7,2% um präziser zu sein

  2. mafis sagt:

    Zinseszins ist echt so ein Thema, was gerne vernachlässigt wird. Nur die Geber wissen oft über die Macht der Zeit und der Zinsen wirklich Bescheid bzw. wollen es wirklich wissen.

    In der Familie war oft das Thema, weil es ja noch so weit weg ist mit 20,30 oder 40 Jahren. Also glaube dieses bewusst machen ist wirklich das wichtigste.

    Deswegen habe ich jetzt auch mit kleinen Beträgen schnell angefangen um möglichst früh den Effekt zu bekommen. Daher genau richtig dieser Beitrag.

  3. Ric sagt:

    Hallo Florian,

    tolle Beispiele. Genauso ist es. In jungen Jahren muss man sparen wie verrückt, um in späteren Jahren ein süßes Leben genießen zu können!
    Genauso halte ich es auch.

    Viele Grüße
    Ric

  4. Oliver sagt:

    Ehrlich gesagt, wenn ich beides miteinander vergleiche, gefällt mir Thomas Weg viel besser. Er hat zwischen seinem 30. und 60. Lebensjahr sehr gut gelebt und wenn er die ETFs noch fünf Jahre laufen lässt, kommt er auf 420.000 €, alles richtig gemacht. Da er sehr gut verdient hat, bekommt er mehr Rente und zusätzlich, wenn er in Wertpapiere mit im Schnitt 5% Dividende (ist gut machbar) umschichtet, dann hat er brutto ca. 20.000 € zusätzlich. Die arme Julia hat ihr ganzes Leben bescheiden gelebt, um am Ende (seien wir fair und rechnen auch bis 65) ca. 560.000 € zu besitzen. Das ist natürlich auch alles richtig gemacht gemäß den Umständen und sie kann damit trotz niedrigerer Rente komfortabel leben.

    Natürlich ist es sinnvoll und ein alter Hut, möglichst früh anzufangen. Aber das richtige Leben kommt immer wieder mal in die Planung und deshalb ist es für die Leute so schwierig, das durchzuhalten. Wenn Julia gerne Kinder haben möchte, wird sie wahrscheinlich eine kleine Pause einlegen, vielleicht sogar eine sehr große. Da ist dann nichts mehr mit sparen. Sowohl Thomas als auch Julia können arbeitslos, arbeitsunfähig oder für die Altersheimkosten ihrer Eltern herangezogen werden und dann nichts mehr sparen. Viele landen mit 50 in H4, weil sie keine Anstellung mehr finden und müssen dann alles Ersparte aufbrauchen, bevor es die Stütze gibt. So linear ist die Geschichte nicht.

    Thomas hat noch einen weiteren Vorteil: Wenn er erfolgreich ist und gleichzeitig seine Kosten im Griff hält, kann er viel mehr als 200 € oder 400 € sparen. Julia wird das mit ihrer Ausbildung wohl eher nicht schaffen. Anstelle des Zinseszinseffektes, der sich tatsächlich erst durch die großen Summen so richtig auswirkt, wäre die Masterfrage für beide: Wie schaffe ich es, möglichst schnell 100.000 € anzusparen? Ab da machen sich die Dividenden-/Zins-Einkünfte sowie Wertzuwächse der Anlagen wirklich bemerkbar. Nur diese erste Strecke ist elendig und lässt viele scheitern, da sie es als aussichtslos ansehen und sich dann für die vielleicht 20.000 € ein Auto oder was auch immer anschaffen. Zinseszins verstehen die wenigsten, das ist richtig. Aber für Zinseszins brauchst Du Kapital, das ist viel wichtiger. Um größeres Einkommen zu generieren, brauchst Du eine gute Ausbildung. Arme Julia, glücklicher Thomas. Thomas hat in deinem Beispiel vielleicht etwas viel die Puppen tanzen lassen und gemäß seiner Möglichkeiten zu wenig beiseite gelegt. Er ist aber derjenige, der in seinem ganzen Leben in einer wesentlich besseren Position ist. Jetzt war ich aber gemein genug.

    • mafis sagt:

      Finde das auf jeden Fall einen sehr interessanten Gedankengang.

      Bin auch eher einer der Freunde, lieber das Einkommen erhöhen, als die Ausgaben noch weiter zu beschneiden.

  5. Christoph sagt:

    Ich glaube ich sollte so langsam mal etwas unternehmen. Das Thema Geld schiebt man ja ewig vor sich her, bevor man etwas an seiner Situation ändert.
    Danke für den Beitrag.

    LG

  6. Florian sagt:

    Vielen Dank für die Kommentare. Das Beispiel soll nur plastisch veranschaulichen und ist in seiner Berechnung eher grob gerechnet und nicht en detail.

    BG Florian

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